Rassismus, Antisemitismus und Solidarität

Stahlplastik “Frieden-Freundschaft-Solidarität”, Prager Straße, Dresden; Foto Ulrich Häßler 4.7.1986
© Bundesarchiv, Bild 183-1986-0704-010 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Von Carsta Langner

Carsta Langner ist Historikerin an der Universität Erfurt.

Rassismus, Antisemitismus und Solidarität in Ostdeutschland – über historische (Dis-)Kontinuitäten

Im September 2026 wählen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern jeweils einen neuen Landtag. Vor allem in Sachsen-Anhalt weisen die Prognosen die AfD als stärkste Partei aus. Viel wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten – und besonders im Zuge des Aufstiegs der AfD – über Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt in Ostdeutschland diskutiert.Bevor auch die alten Bundesländer mit Wahlergebnissen, die antidemokratische Stimmungen signalisierten, wachrüttelten, lag der Fokus auf dem scheinbaren Problemkind “Ostdeutschland”. Dabei gerieten nicht nur Rassismus und rechte Gewalt in Westdeutschland aus dem Blick, sondern auch das Engagement zahlreicher Menschen in Ostdeutschland, die biografisch noch vom Staatssozialismus geprägt waren. Anhand von Briefen aus den späten 1980er und beginnenden 1990er Jahren zeigt sich, dass der propagandistische Appell des Sozialismus an “Internationale Solidarität” und “Völkerfreundschaft” von nicht wenigen auch als Motiv für Engagement für Migrant*innen ernst genommen wurde.

Ostdeutschland?

Ein Begriff mit Widersprüchen

Ostdeutschland ist ein schwieriger Begriff, dient er doch zunehmend der Identitätsstiftung. Radikal rechte Politiker*innen, die in den 1990er und 2000er Jahren in die neuen Bundesländer zogen, beziehen sich ebenso auf diese Identität wie junge Menschen aus den Randbezirken ostdeutscher Städte. Während die einen den Begriff auf T-Shirts oder ihrer Haut tragen, starten andere wohlkalkulierte Kampagnen. Sei es, indem sie “Vollende die Wende” propagieren oder sich mit der Marke “Simson” als einer ‘von ihnen’ in Szene setzen. Die einen leben mit ihren Familien in Eigenheimen – zum Teil in Gutshäusern –, die anderen in kleinen Wohnungen in der Platte. Die einen haben studiert, die anderen stehen am Fließband. Beide Gruppen teilen kaum etwas. Verbindend ist jedoch ihr Wunsch nach kollektiver Identität – einer, der sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht und im Begriff “Ostdeutschland” gebündelt wird. Neuerdings materialisiert sich dieses Ostdeutschland sogar in einer eigenen Zeitung – der Ostdeutschen Allgemeinen. “Ostdeutschland” ist Projektion und Projekt. Jene, die den Begriff mit Stolz vor sich hertragen, verbinden ihn mit dem Drang zur Homogenität.

“Ostdeutschland” markiert jedoch auch ein geographisches Gebiet, auf dem bis 1990 auf ambivalente und autoritäre Weise ein staatssozialistisches Projekt verwirklicht wurde. Mit dem Ende der DDR geriet die ostdeutsche Gesellschaft in starke Umbrüche. Die 1990er Jahre waren in Ostdeutschland nicht nur von einer vorher unbekannten Massenarbeitslosigkeit geprägt, sondern auch von einer massiven rassistischen Gewaltwelle. Viel ist seither darüber diskutiert worden, woher antidemokratische und rassistische Ressentiments stammen. Seit den beginnenden 1990er Jahren wurde dabei auch ein Zusammenhang zwischen der autoritären Politik der Sozialistischen Einheitspartei (SED) und dem Fortbestehen von Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt hergestellt. Nicht selten wurden dabei radikal rechte Gewalttäter medial hofiert, die die Politik der SED für ihre eigene Radikalisierung verantwortlich machten. Zu denken sei hier beispielsweise an Ingo Hasselbach.

Kaltland?

Die rechte Gewalt der 1990er Jahre und was dabei aus dem Blick geriet

Der Vorwurf, der Staatssozialismus habe die Grundlagen für die rechten Gewaltexzesse der 1990er Jahre gelegt, ist dabei nicht unberechtigt, aber historisch verkürzt. Zum einen wurde er in den beginnenden 1990er Jahren selbst von radikal rechten Gewalttätern vorgebracht, um linke Politik im Allgemeinen zu diskreditieren – womit er in die vorherrschende politische Kultur jener Zeit passte. Zum anderen gerät aus dem Blick, dass die DDR eine heterogene Gesellschaft war und innerhalb des Staatssozialismus divergente politische Institutionen agierten, die dabei auch in Konkurrenz zueinander gerieten. So übte beispielsweise die Staatssicherheit in einigen Fällen von Polizeigewalt gegen Migrant*innen harsche Kritik am Verhalten der Polizisten. Institutioneller Rassismus fand dabei zwar keinen Eingang in den zentralgesteuerten Mediendiskurs, aber er wurde auch nicht einfach unter den Teppich gekehrt. Nachdem in den 1980er Jahren rechte Gewalt vor allem unter Jugendlichen als zunehmendes Problem staatlich wahrgenommen wurde, setzte sich auch das Zentralinstitut für Jugendforschung intensiv mit rechter Gewalt und rassistischen Vorurteilen auseinander. Erst mit dem Auf- und Umbrechen des politischen Systems konnte sich ab 1990 ein offener Gesellschaftsdiskurs entfalten. Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und Aktivist*innen aus Ost- und Westdeutschland stürzten sich nun auf die Themen Rassismus und rechte Gewalt in der DDR. In wissenschaftlichen Studien und öffentlichen Publikationen fragten manche rat- oder fast hilflos, auf welche Weise sich dieses rassistisch motivierte Gewaltpotential im vermeintlich antifaschistischen Staat anstauen konnte. “Stau” war ein häufig genutzter zeitgenössischer Begriff der 1990er Jahre, der diese sozialpsychologische Gemengelage umschreiben sollte.

Während zu Beginn der 1990er Jahre die einen diskutierten, schwangen die anderen Fäuste oder Baseballschläger und setzten mit Molotowcocktails die Häuser ehemaliger Vertragsarbeiter:innen und schutzsuchender Geflüchteter in Brand oder griffen linksalternative Hausprojekte an. Der “braune Osten” ist seither eine stehende Wendung. Betroffene dieser Gewaltwelle, die nie vollkommen abebbte, prägten später auch Begriffe wie “Kaltland”.

In der gewaltvollen, auch Todesopfer fordernden Gemengelage der 1990er Jahre ging unter, dass zahlreiche Ostdeutsche sich für offene Grenzen und Solidarität mit Geflüchteten einsetzten. Briefe an die erste und letzte Ausländerbeauftragte der DDR, Almuth Berger, an den Bundestagsabgeordneten Konrad Weiß und an die (Mit-)Gründerin des Jüdischen Kulturvereins in Ost-Berlin, Irene Runge, verdeutlichen dies. Sie zeigen, dass die staatssozialistischen Parolen – wie “Internationale Solidarität”, “Antifaschismus” und “Völkerfreundschaft” – nicht als reine Propaganda abgetan werden können. Zahlreiche Menschen in der gesamten DDR appellierten an die SED und später auch an die Bundesregierung, die sozialistische Staatspropaganda beim Wort zu nehmen und sich für Geflüchtete und gegen Rassismus, Antisemitismus sowie rechte Gewalt einzusetzen. So beispielsweise Gundula Kuhnert* (*Name anonymisiert) aus Jena: Als im Frühjahr 1990 immer mehr Geflüchtete aus Rumänien in Berlin ankamen, mussten sie dort auf dem Fernbahnhof Lichtenhagen übernachten. Die Presse schrieb von kampierenden Rumänen und bediente sich dabei antiziganistischer Motive. Der Umgang mit den Geflüchteten entrüstete Gundula Kuhnert*. Daher schrieb sie an die damalige Ausländerbeauftragte Almuth Berger: “Warum müssen jetzt die Rumänen auf einem Bahnhof kampieren? […] Was geschieht hinterher mit ihnen? Warum erfahren wir nichts konkretes hierzu. Ich möchte die Verantwortlichen hierfür um eine ordentliche Stellungnahme bitten!” Kuhnert* zeigte sich empört darüber, “daß das DDR-Volk nach so kurzer Zeit jegliches Solidaritätsgefühl verloren hat. Vor wenigen Monaten wurde für tausende DDR-Bürger alles getan, um Ihnen die Aufnahme in der BRD so leicht wie möglich zu machen.”

Almuth Berger, Konrad Weiß und Irene Runge setzten sich ihrerseits für offene Grenzen und eine solidarische Migrationspolitik ein. Ab Frühjahr 1990 machten sie sich beispielsweise für die Möglichkeit zur Einreise sowjetischer Jüdinnen und Juden nach Deutschland stark – und brachten damit die Geschichte der sogenannten russischsprachigen Kontingentflüchtlinge ins Rollen. Dabei speiste sich ihr Antrieb aus sehr unterschiedlichen biografischen Erfahrungen und Haltungen zum Staatssozialismus. Ihr jeweiliges Verhältnis zur Politik der SED rangierte von fundamentaler Kritik bis hin zur Identifikation mit der staatssozialistischen Utopie. Ihre Biografien veranschaulichen exemplarisch, dass sich in Ostdeutschland seit den 1970er Jahren und über den politischen Umbruch 1990 hinweg Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen gegen Antisemitismus und Rassismus einsetzten. Sie waren Parteimitglieder, Parlamentarier:innen und zivilgesellschaftliche Akteure. Weiß war Katholik, Berger Protestantin und Runge SED-nahe Jüdin. Sie gründeten Vereine wie beispielsweise eine ostdeutsche Zweigstelle des Vereins AMCHA, der psychosoziale Beratung Shoah-Überlebender finanzierte, oder den Jüdischen Kulturverein in Ost-Berlin. Sie hoben “Begegnungsabende” für Migrantisierte, wie die Cabana, aus der Taufe oder halfen Beratungsangebote gegen Rechtsextremismus auf den Weg zu bringen. In ihrem Engagement waren sie jedoch nicht allein.

Die Briefe, die sich in ihren archivierten Vorlässen finden, zeigen außerdem: Die gesamtdeutsche Gesellschaft war hinsichtlich der Fragen rund um die Themen Migration und Rassismus in den beginnenden 1990er Jahren tief gespalten – jedoch nicht entlang der Kategorien West- und Ostdeutschland. So zeigte beispielsweise eine Studie im Auftrag des American Jewish Committee aus dem Herbst 1990 die Verbreitung des Antisemitismus in Deutschland und deren Unterschiede in West- und Ostdeutschland: Während 44 Prozent der Westdeutschen der ressentimentgeladenen Aussage, Juden besäßen zu viel Einfluss auf Weltereignisse, zustimmten, taten dies 20 Prozent der Ostdeutschen. Der zeitgenössische Befund spricht gegen die Annahme, Antisemitismus sei in Ostdeutschland stärker verbreitet gewesen. Die Unterschiede lagen weniger im Ost-West-Vergleich als in unterschiedlichen Milieus und gesellschaftlichen Positionen. So zeigte die Studie vor allem eine gravierende Diskrepanz zwischen Parlamentarier:innen und Mehrheitsbevölkerung.

Dass die Unterschiede eher auf Milieus und Bildungshintergründe zurückzuführen waren, zeigte auch eine weitere zeitgenössische Studie. Im Oktober 1990 – nur eine Woche nach der Staatsvereinigung – publizierten das ostdeutsche Zentralinstitut für Jugendforschung und das westdeutsche Deutsche Jugendinstitut die Studie “Skeptische Demokraten auf dem Weg in ein vereintes Deutschland”. An vielen Stellen machten die Sozialwissenschaftler:innen auf die milieubezogenen Unterschiede in den “Einstellungen zu Ausländern” – so einer der abgefragten Punkte – aufmerksam. Eine verallgemeinerbare Beurteilung der ostdeutschen Jugend im Jahr 1990 lässt sich daraus nicht ablesen. Vor allem die 15- und 16-Jährigen – und hier vorrangig männliche Jugendliche – zeigten rassistische Vorurteile. Auf die Frage, ob den Befragten “prinzipiell gleiche Rechte für Ausländer” wichtig seien, stimmten 45 Prozent der Schüler:innen, aber nur 29 Prozent der Lehrlinge zu. Der Bildungshintergrund jener Ostdeutschen, die heute in ihren beginnenden Fünfzigern sind, spielte damit eine entscheidende Rolle.

Weiterhin eröffnet der Blick auf die Briefe an Berger, Runge und Weiß: Alle drei wurden sowohl von Ost- als auch Westdeutschen für ihre Engagement kritisiert, angefeindet und bedroht. Sie erfuhren jedoch ebenso grenzüberschreitenden Zuspruch. Vor allem die Briefe aus Ostdeutschland im Jahr 1990 zeigen, dass Menschen sich auf vielfältige Art engagierten. Sei es durch die Gründung von Initiativen, Vereinen, oder als Einzelpersonen wie Günther Hammer* (*Name anonymisiert) aus dem thüringischen Ershausen. Günther Hammer* hatte in Thüringen im Strumpfwarenbetrieb Diedorf gearbeitet. Im Juli 1990 war er jedoch bereits arbeitslos. Im Gegensatz zu vielen anderen Ostdeutschen machte er für seine Arbeitslosigkeit nicht seine vietnamesischen Kolleg*innen verantwortlich. Im Gegenteil. Er sorgte sich um ihre Zukunft und beklagte sich, dass die Vietnames*innen ihre Mieten nicht mehr zahlen könnten. Wie alle Wohnungen in der DDR waren auch die der migrantischen Arbeiter*innen infolge der Wirtschafts- und Währungsunion im Juli 1990 privatisiert worden. Dadurch entfiel die zuvor übliche staatliche Subventionierung. Zahlreiche Briefe wie jener von Günther Hammer* finden sich in den Archiven und mit ihnen lässt sich verdeutlichen, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der ostdeutschen Gesellschaft sich für die Interessen von Migrant*innen einsetzte. Die Schreiben ermöglichen nicht nur ein tiefergehendes Verständnis konkreter Lebensbedingungen Ostdeutscher und Migrantisierter in den Umbruchjahren ab 1990. Sie zeugen darüber hinaus sowohl von politischem als auch alltäglichem freiwilligem Engagement.

“Internationale Solidarität”

Verinnerlichte sozialistische Propaganda oder schlicht Nächstenliebe

Widmen wir uns rückblickend dem Umbruchjahr 1990 und der Frage nach den historischen Ursprüngen von Rassismus und Antisemitismus in Ostdeutschland, dann lassen sich pauschale Urteile nicht halten. Nicht wenige Ostdeutsche hatten die Propaganda der Internationalen Solidarität tatsächlich verinnerlicht. Diese Propaganda wurde in staatlichen Kampagnen präsentiert und motivierte zum freiwilligen – wenngleich staatlich gewünschten und eingehegten – Mitmachen. Ob auf Demonstrationen, beim Sammeln von Spenden oder dem Organisieren von Kulturveranstaltungen, die ostdeutsche Gesellschaft war eine partizipatorische Diktatur.

Bereits Kinder und Jugendliche wuchsen mit der Staatspropaganda “Völkerfreundschaft” auf. So rangierten unter den zehn Geboten der Jungpioniere – zu denen alle Kinder mit Schuleintritt gehörten – neben der “Liebe zur Deutschen Demokratischen Republik” auch die “Liebe zum Frieden” und die “Freundschaft mit den Kindern der Sowjetunion und aller Länder”.

Mitgliedskarte für Jungpioniere der Pionierorganisation “Ernst Thälmann”
© Sammlung DDR Museum, Berlin
Zeitschrift “Bummi”, Sammelband 38 © Sammlung DDR Museum, Berlin

Auch Kinderfilme wie zum Beispiel “Isabel auf der Treppe” riefen zu Solidarität auf und problematisierten selbstkritisch Formen von rassistischer Diskriminierung in der DDR. Bereits in Kinderzeitschriften wie Bummi, die sich an Drei- bis Sechsjährige richtete, fanden sich Spendenaufrufe für den Globalen Süden mit dem Appell an Solidarität. Damit sollte schon bei Vorschulkindern ein Verständnis für internationale Solidarität gefördert werden.

Diese Formen der Propaganda sind aus heutiger Perspektive durchaus kritisch einzuordnen. Einerseits reproduzierten sie rassistische Klischees – auch wenn sie in der damaligen Zeit nicht als solche galten. Andererseits markierten sie ein paternalistisches Verhältnis zu den Staaten des Globalen Südens. In stereotyper Weise galten die dortigen Gesellschaften als “unterentwickelt” und hilfsbedürftig. Nicht zuletzt nutzte die SED die Unterstützungsleistungen der ostdeutschen Gesellschaft – beispielsweise Spendensammlungen – für sehr eigennützige Interessen im Globalen Süden. So sollte die Zusammenarbeit mit den Staaten auch zur Beschaffung neuer Ressourcen dienen. Dennoch: Viele Ostdeutsche internalisierten diese Appelle und übersetzten sie nach 1989/90 in eigenes Engagement gegen Rassismus und für Migration.

Fazit

Mit den Briefen an Almuth Berger, Irene Runge und Konrad Weiß wird deutlich, dass diese propagandistischen Anrufungen durchaus in der Sprache und den Argumenten von Ostdeutschen im Umbruchjahr 1990 zu finden sind. Und sie blieben damit nicht wirkungslos. Die 1990er Jahre waren ihrerseits in Ostdeutschland nicht nur durch eine immense rassistische Gewaltwelle geprägt, sondern auch durch die Selbstorganisation von Bürger*innen in Vereinen, Initiativen und Beiräten, um die Interessen von Migrantisierten zu vertreten und sich gegen Rassismus und Antisemitismus einzusetzen. Migrantisierte selbst, die in einem nicht unbeträchtlichen Umfang ebenfalls aus staatssozialistischen Ländern kamen, waren dabei Akteure, die diesen Prozess aktiv mitgestalteten. Dies alles relativiert den gesellschaftlichen Rassismus und die rechte Gewalt in Ostdeutschland nicht, zeigt aber, dass der Staatssozialismus nicht einseitig – und erst recht nicht nach 36 Jahren – für aktuelle politische Herausforderungen verantwortlich gemacht werden kann. Die anstehenden Landtagswahlen zeigen vielmehr, wie es radikal rechten Akteuren – auch aus Westdeutschland – gelungen ist, bestehende Ressentiments propagandistisch anzuheizen, einfache Antworten auf globale Krisen zu bieten und sich in ein internationales Netzwerk einzubinden. Zahlreiche Menschen in den ostdeutschen Bundesländern stellen sich dem entgegen. Sie organisieren sich und versuchen, Ideen von Solidarität gegen Hass und Hetze stark zu machen. Das tun sie freiwillig – ohne staatlichen Auftrag.


Zitiervorschlag: Langner, Carsta: “Rassismus, Antisemitismus und Solidarität in Ostdeutschland – über historische (Dis-)Kontinuitäten”, Freiwilligkeit: Geschichte | Gesellschaft | Theorie, September 2026, https://www.voluntariness.org/de/rassismus-antisemitismus-und-solidaritaet-in-ostdeutschland/

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