Wir freuen uns, Dr. Tahire Erman im Sommersemester 2026 als Mercator Fellow der Forschungsgruppe Freiwilligkeit begrüßen zu können! In April und Mai 2026 ist sie Gast an der Universität Erfurt und wird unsere Arbeit in den Themenbereichen Freiwilligkeit, Migration und Aktivismus unterstützen.
Tahire Erman konzentriert sich in ihrer Forschung auf die Schnittstelle von Wohnen, Migration und Geschlecht. Ursprünglich in Umweltpsychologie an der City University of New York ausgebildet, wandte sie sich später der Stadtgeografie zu, wo sie sich in ihrer Arbeit mit kritischen Ansätzen zu Raum und Stadt auseinandersetzt.
Ihre Forschung untersucht, wie Wohnregime, städtischer Wandel sowie Vertreibung und Umsiedlung im Alltag erlebt und verhandelt werden. Derzeit forscht sie zu Räumen und Subjektivität von Geflüchteten – insbesondere im Hinblick auf multiple Ungleichheiten, die in Wohnregimen und städtischen Kontexten verankert sind.
Ihre Forschung verfolgt einen intersektionalen Ansatz und bezieht sich dabei auf kritische Stadttheorie, feministische Geografie sowie sozialräumliche Perspektiven. In jüngster Zeit rückt sie in ihrer Arbeit postkoloniale Forschungsperspektiven in Kontexten von Flucht und Migration in den Vordergrund, um die vielfältigen Rahmungen des Bildes der „anderen Frau“ zu erkunden – mit einem Fokus auf geschlechtsspezifische moralische Ökonomien der Sorgearbeit, des Ehrenamts sowie auf sich überschneidende Ungleichheiten in Bezug auf race, class und gender.
Ihre Anknüpfungspunkte zur Forschungsgruppe liegen vor allem in regionalen und globalen Migrationsdynamiken und deren Auswirkungen auf migrantische Gemeinschaften. Ähnlich wie in den Teilprojekten von Florian Wagner und Carsta Langner, gilt ihr besonderes Interesse der Frage, in welchem Sinne Menschen freiwillig handeln – oder eben nicht –, sowie der Rolle, die Frauen dabei spielen. Konkret untersucht ihr aktuelles Projekt geschlechtsspezifische Formen von Subjektivität im Kontext der Sorgearbeit sowie race-spezifische Subjektivität im Bereich des ehrenamtlichen Engagements von und für Geflüchtete. Inwiefern Migration überhaupt freiwillig sein kann, wird Tahire im Rahmen unserer Vortragsreihe am 3. Juni 2026 bei einer Podiumsdiskussion gemeinsam mit Pierre Jérome Monforte von der UIC Barcelona und Florian Wagner diskutieren. Wir freuen uns auf Tahires Beiträge zu unserer Arbeit in der Forschungsgruppe und auf eine tolle Zusammenarbeit!


