{"id":17259,"date":"2026-09-02T10:00:00","date_gmt":"2026-09-02T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.voluntariness.org\/?p=17259"},"modified":"2026-09-02T14:40:49","modified_gmt":"2026-09-02T12:40:49","slug":"rassismus-antisemitismus-und-solidaritaet-in-ostdeutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/rassismus-antisemitismus-und-solidaritaet-in-ostdeutschland\/","title":{"rendered":"Rassismus, Antisemitismus und Solidarit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns has-medium-font-size is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top has-small-font-size is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"577\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/Bundesarchiv_Bild_183-1986-0704-010_Dresden_Stahlplastik.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17306\" style=\"aspect-ratio:4\/3;object-fit:cover;object-position:50% 50%\" srcset=\"https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/Bundesarchiv_Bild_183-1986-0704-010_Dresden_Stahlplastik.jpg 577w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/Bundesarchiv_Bild_183-1986-0704-010_Dresden_Stahlplastik-180x250.jpg 180w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/Bundesarchiv_Bild_183-1986-0704-010_Dresden_Stahlplastik-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 577px) 100vw, 577px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stahlplastik \u201cFrieden-Freundschaft-Solidarit\u00e4t\u201d, Prager Stra\u00dfe, Dresden; Foto Ulrich H\u00e4\u00dfler 4.7.1986<br>\u00a9 Bundesarchiv, <a href=\"https:\/\/www.bild.bundesarchiv.de\/dba\/de\/search\/?query=Bild+183-1986-0704-010\">Bild 183-1986-0704-010<\/a> \/ CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, via <a ref=\"magnificPopup\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Bundesarchiv_Bild_183-1986-0704-010,_Dresden,_Stahlplastik.jpg\">Wikimedia Commons<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top has-medium-font-size is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image is-style-rounded\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"250\" src=\"https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/09\/Langner_Carsta_web-250x250.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14919\" style=\"width:250px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/09\/Langner_Carsta_web-250x250.jpg 250w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/09\/Langner_Carsta_web-800x800.jpg 800w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/09\/Langner_Carsta_web-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/09\/Langner_Carsta_web-1070x1070.jpg 1070w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/09\/Langner_Carsta_web-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/09\/Langner_Carsta_web.jpg 1808w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-content-primary-color has-text-color wp-block-paragraph\">Von <a href=\"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/project\/carsta-langner\/\">Carsta Langner<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Carsta Langner ist Historikerin an der Universit\u00e4t Erfurt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 id=\"perspectives-on-voluntariness-and-the-covid-crisis\" class=\"wp-block-heading\">Rassismus, Antisemitismus und Solidarit\u00e4t in Ostdeutschland \u2013 \u00fcber historische (Dis-)Kontinuit\u00e4ten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im September 2026 w\u00e4hlen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern jeweils einen neuen Landtag. Vor allem in Sachsen-Anhalt weisen die Prognosen die AfD als st\u00e4rkste Partei aus. Viel wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten \u2013 und besonders im Zuge des Aufstiegs der AfD \u2013 \u00fcber Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt in Ostdeutschland diskutiert.Bevor auch die alten Bundesl\u00e4nder mit Wahlergebnissen, die antidemokratische Stimmungen signalisierten, wachr\u00fcttelten, lag der Fokus auf dem scheinbaren Problemkind &#8220;Ostdeutschland&#8221;. Dabei gerieten nicht nur Rassismus und rechte Gewalt in Westdeutschland aus dem Blick, sondern auch das Engagement zahlreicher Menschen in Ostdeutschland, die biografisch noch vom Staatssozialismus gepr\u00e4gt waren. Anhand von Briefen aus den sp\u00e4ten 1980er und beginnenden 1990er Jahren zeigt sich, dass der propagandistische Appell des Sozialismus an &#8220;Internationale Solidarit\u00e4t&#8221; und &#8220;V\u00f6lkerfreundschaft&#8221; von nicht wenigen auch als Motiv f\u00fcr Engagement f\u00fcr Migrant*innen ernst genommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ostdeutschland?<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ein Begriff mit Widerspr\u00fcchen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ostdeutschland ist ein schwieriger Begriff, dient er doch zunehmend der Identit\u00e4tsstiftung. Radikal rechte Politiker*innen, die in den 1990er und 2000er Jahren in die neuen Bundesl\u00e4nder zogen, beziehen sich ebenso auf diese Identit\u00e4t wie junge Menschen aus den Randbezirken ostdeutscher St\u00e4dte. W\u00e4hrend die einen den Begriff auf T-Shirts oder ihrer Haut tragen, starten andere wohlkalkulierte Kampagnen. Sei es, indem sie &#8220;Vollende die Wende&#8221; propagieren oder sich mit der <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/sued-thueringen\/suhl\/simson-moped-kritik-nachfahren-afd-102.html\">Marke &#8220;Simson&#8221;<\/a> als einer &#8216;von ihnen&#8217; in Szene setzen. Die einen leben mit ihren Familien in Eigenheimen \u2013 zum Teil in Gutsh\u00e4usern \u2013, die anderen in kleinen Wohnungen in der Platte. Die einen haben studiert, die anderen stehen am Flie\u00dfband. Beide Gruppen teilen kaum etwas. Verbindend ist jedoch ihr Wunsch nach kollektiver Identit\u00e4t \u2013 einer, der sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht und im Begriff &#8220;Ostdeutschland&#8221; geb\u00fcndelt wird. Neuerdings materialisiert sich dieses Ostdeutschland sogar in einer eigenen Zeitung \u2013 der <em>Ostdeutschen Allgemeinen<\/em>. &#8220;Ostdeutschland&#8221; ist Projektion und Projekt. Jene, die den Begriff mit Stolz vor sich hertragen, verbinden ihn mit dem Drang zur Homogenit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Ostdeutschland&#8221; markiert jedoch auch ein geographisches Gebiet, auf dem bis 1990 auf ambivalente und autorit\u00e4re Weise ein staatssozialistisches Projekt verwirklicht wurde. Mit dem Ende der DDR geriet die ostdeutsche Gesellschaft in starke Umbr\u00fcche. Die 1990er Jahre waren in Ostdeutschland nicht nur von einer vorher unbekannten Massenarbeitslosigkeit gepr\u00e4gt, sondern auch von einer massiven rassistischen Gewaltwelle. Viel ist seither dar\u00fcber diskutiert worden, woher antidemokratische und rassistische Ressentiments stammen. Seit den beginnenden 1990er Jahren wurde dabei auch ein Zusammenhang zwischen der autorit\u00e4ren Politik der Sozialistischen Einheitspartei (SED) und dem Fortbestehen von Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt hergestellt. Nicht selten wurden dabei radikal rechte Gewaltt\u00e4ter medial hofiert, die die Politik der SED f\u00fcr ihre eigene Radikalisierung verantwortlich machten. Zu denken sei hier beispielsweise an <a href=\"https:\/\/radikale-rechte.de\/comment\/031-voigtlaender-hasselbach\">Ingo Hasselbach<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kaltland? <\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die rechte Gewalt der 1990er Jahre und was dabei aus dem Blick geriet<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorwurf, der Staatssozialismus habe die Grundlagen f\u00fcr die rechten Gewaltexzesse der 1990er Jahre gelegt, ist dabei nicht unberechtigt, aber historisch verk\u00fcrzt. Zum einen wurde er in den beginnenden 1990er Jahren selbst von radikal rechten Gewaltt\u00e4tern vorgebracht, um linke Politik im Allgemeinen zu diskreditieren \u2013 womit er in die vorherrschende politische Kultur jener Zeit passte. Zum anderen ger\u00e4t aus dem Blick, dass die DDR eine heterogene Gesellschaft war und innerhalb des Staatssozialismus divergente politische Institutionen agierten, die dabei auch in Konkurrenz zueinander gerieten. So \u00fcbte beispielsweise die Staatssicherheit in einigen F\u00e4llen von Polizeigewalt gegen Migrant*innen harsche Kritik am Verhalten der Polizisten. Institutioneller Rassismus fand dabei zwar keinen Eingang in den zentralgesteuerten Mediendiskurs, aber er wurde auch nicht einfach unter den Teppich gekehrt. Nachdem in den 1980er Jahren rechte Gewalt vor allem unter Jugendlichen als zunehmendes Problem staatlich wahrgenommen wurde, setzte sich auch das Zentralinstitut f\u00fcr Jugendforschung intensiv mit rechter Gewalt und rassistischen Vorurteilen auseinander. Erst mit dem Auf- und Umbrechen des politischen Systems konnte sich ab 1990 ein offener Gesellschaftsdiskurs entfalten. Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und Aktivist*innen aus Ost- und Westdeutschland st\u00fcrzten sich nun auf die Themen Rassismus und rechte Gewalt in der DDR. In wissenschaftlichen Studien und \u00f6ffentlichen Publikationen fragten manche rat- oder fast hilflos, auf welche Weise sich dieses rassistisch motivierte Gewaltpotential im vermeintlich antifaschistischen Staat anstauen konnte. <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/lernen\/filmbildung\/299349\/die-neustadt-trilogie-von-thomas-heise\/\">&#8220;Stau&#8221; war ein h\u00e4ufig genutzter zeitgen\u00f6ssischer Begriff der 1990er Jahre<\/a>, der diese sozialpsychologische Gemengelage umschreiben sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend zu Beginn der 1990er Jahre die einen diskutierten, schwangen die anderen F\u00e4uste oder Baseballschl\u00e4ger und setzten mit Molotowcocktails die H\u00e4user ehemaliger Vertragsarbeiter:innen und schutzsuchender Gefl\u00fcchteter in Brand oder griffen linksalternative Hausprojekte an. Der &#8220;braune Osten&#8221; ist seither eine stehende Wendung. Betroffene dieser Gewaltwelle, die nie vollkommen abebbte, pr\u00e4gten sp\u00e4ter auch Begriffe wie <a href=\"https:\/\/www.amadeu-antonio-stiftung.de\/deutsches-kaltland-7425\/\">&#8220;Kaltland&#8221;<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der gewaltvollen, auch Todesopfer fordernden Gemengelage der 1990er Jahre ging unter, dass zahlreiche Ostdeutsche sich f\u00fcr offene Grenzen und Solidarit\u00e4t mit Gefl\u00fcchteten einsetzten. Briefe an die erste und letzte Ausl\u00e4nderbeauftragte der DDR, Almuth Berger, an den Bundestagsabgeordneten Konrad Wei\u00df und an die (Mit-)Gr\u00fcnderin des J\u00fcdischen Kulturvereins in Ost-Berlin, Irene Runge, verdeutlichen dies. Sie zeigen, dass die staatssozialistischen Parolen \u2013 wie &#8220;Internationale Solidarit\u00e4t&#8221;, &#8220;Antifaschismus&#8221; und &#8220;V\u00f6lkerfreundschaft&#8221; \u2013 nicht als reine Propaganda abgetan werden k\u00f6nnen. Zahlreiche Menschen in der gesamten DDR appellierten an die SED und sp\u00e4ter auch an die Bundesregierung, die sozialistische Staatspropaganda beim Wort zu nehmen und sich f\u00fcr Gefl\u00fcchtete und gegen Rassismus, Antisemitismus sowie rechte Gewalt einzusetzen. So beispielsweise Gundula Kuhnert* (*Name anonymisiert) aus Jena: Als im Fr\u00fchjahr 1990 immer mehr Gefl\u00fcchtete aus Rum\u00e4nien in Berlin ankamen, mussten sie dort auf dem Fernbahnhof Lichtenhagen \u00fcbernachten. Die Presse schrieb von kampierenden Rum\u00e4nen und bediente sich dabei antiziganistischer Motive. Der Umgang mit den Gefl\u00fcchteten entr\u00fcstete Gundula Kuhnert*. Daher schrieb sie an die damalige Ausl\u00e4nderbeauftragte Almuth Berger: &#8220;Warum m\u00fcssen jetzt die Rum\u00e4nen auf einem Bahnhof kampieren? [\u2026] Was geschieht hinterher mit ihnen? Warum erfahren wir nichts konkretes hierzu. Ich m\u00f6chte die Verantwortlichen hierf\u00fcr um eine ordentliche Stellungnahme bitten!&#8221;&nbsp;Kuhnert* zeigte sich emp\u00f6rt dar\u00fcber, &#8220;da\u00df das DDR-Volk nach so kurzer Zeit jegliches Solidarit\u00e4tsgef\u00fchl verloren hat. Vor wenigen Monaten wurde f\u00fcr tausende DDR-B\u00fcrger alles getan, um Ihnen die Aufnahme in der BRD so leicht wie m\u00f6glich zu machen.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Almuth Berger, Konrad Wei\u00df und Irene Runge setzten sich ihrerseits f\u00fcr offene Grenzen und eine solidarische Migrationspolitik ein. Ab Fr\u00fchjahr 1990 machten sie sich beispielsweise f\u00fcr die M\u00f6glichkeit zur Einreise sowjetischer J\u00fcdinnen und Juden nach Deutschland stark \u2013 und brachten damit die Geschichte der sogenannten russischsprachigen Kontingentfl\u00fcchtlinge ins Rollen. Dabei speiste sich ihr Antrieb aus sehr unterschiedlichen biografischen Erfahrungen und Haltungen zum Staatssozialismus. Ihr jeweiliges Verh\u00e4ltnis zur Politik der SED rangierte von fundamentaler Kritik bis hin zur Identifikation mit der staatssozialistischen Utopie. Ihre Biografien veranschaulichen exemplarisch, dass sich in Ostdeutschland seit den 1970er Jahren und \u00fcber den politischen Umbruch 1990 hinweg Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden gegen Antisemitismus und Rassismus einsetzten. Sie waren Parteimitglieder, Parlamentarier:innen und zivilgesellschaftliche Akteure. Wei\u00df war Katholik, Berger Protestantin und Runge SED-nahe J\u00fcdin. Sie gr\u00fcndeten Vereine wie beispielsweise eine ostdeutsche Zweigstelle des <a href=\"https:\/\/amcha.de\/\">Vereins AMCHA<\/a>, der psychosoziale Beratung Shoah-\u00dcberlebender finanzierte, oder den J\u00fcdischen Kulturverein in Ost-Berlin. Sie hoben &#8220;Begegnungsabende&#8221; f\u00fcr Migrantisierte, wie die Cabana, aus der Taufe oder halfen Beratungsangebote gegen Rechtsextremismus auf den Weg zu bringen. In ihrem Engagement waren sie jedoch nicht allein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Briefe, die sich in ihren archivierten Vorl\u00e4ssen finden, zeigen au\u00dferdem: Die gesamtdeutsche Gesellschaft war hinsichtlich der Fragen rund um die Themen Migration und Rassismus in den beginnenden 1990er Jahren tief gespalten \u2013 jedoch nicht entlang der Kategorien West- und Ostdeutschland. So zeigte beispielsweise eine <a href=\"https:\/\/archive.jpr.org.uk\/object-1147\">Studie im Auftrag des American Jewish Committee aus dem Herbst 1990<\/a> die Verbreitung des Antisemitismus in Deutschland und deren Unterschiede in West- und Ostdeutschland: W\u00e4hrend 44 Prozent der Westdeutschen der ressentimentgeladenen Aussage, Juden bes\u00e4\u00dfen zu viel Einfluss auf Weltereignisse, zustimmten, taten dies 20 Prozent der Ostdeutschen. Der zeitgen\u00f6ssische Befund spricht gegen die Annahme, Antisemitismus sei in Ostdeutschland st\u00e4rker verbreitet gewesen. Die Unterschiede lagen weniger im Ost-West-Vergleich als in unterschiedlichen Milieus und gesellschaftlichen Positionen. So zeigte die Studie vor allem eine gravierende Diskrepanz zwischen Parlamentarier:innen und Mehrheitsbev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass die Unterschiede eher auf Milieus und Bildungshintergr\u00fcnde zur\u00fcckzuf\u00fchren waren, zeigte auch eine weitere zeitgen\u00f6ssische Studie. Im Oktober 1990 \u2013 nur eine Woche nach der Staatsvereinigung \u2013 publizierten das ostdeutsche Zentralinstitut f\u00fcr Jugendforschung und das westdeutsche Deutsche Jugendinstitut die <a href=\"https:\/\/www.ssoar.info\/ssoar\/bitstream\/handle\/document\/40457\/ssoar-1990-Deutsche_Schuler_im_Sommer_1990.pdf;jsessionid=689CB3659DEE61A73DC7D3E3F4A6F95E?sequence=1\">Studie &#8220;Skeptische Demokraten auf dem Weg in ein vereintes Deutschland&#8221;<\/a>. An vielen Stellen machten die Sozialwissenschaftler:innen auf die milieubezogenen Unterschiede in den &#8220;Einstellungen zu Ausl\u00e4ndern&#8221; \u2013 so einer der abgefragten Punkte \u2013 aufmerksam. Eine verallgemeinerbare Beurteilung der ostdeutschen Jugend im Jahr 1990 l\u00e4sst sich daraus nicht ablesen. Vor allem die 15- und 16-J\u00e4hrigen \u2013 und hier vorrangig m\u00e4nnliche Jugendliche \u2013 zeigten rassistische Vorurteile. Auf die Frage, ob den Befragten &#8220;prinzipiell gleiche Rechte f\u00fcr Ausl\u00e4nder&#8221; wichtig seien, stimmten 45 Prozent der Sch\u00fcler:innen, aber nur 29 Prozent der Lehrlinge zu. Der Bildungshintergrund jener Ostdeutschen, die heute in ihren beginnenden F\u00fcnfzigern sind, spielte damit eine entscheidende Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiterhin er\u00f6ffnet der Blick auf die Briefe an Berger, Runge und Wei\u00df: Alle drei wurden sowohl von Ost- als auch Westdeutschen f\u00fcr ihre Engagement kritisiert, angefeindet und bedroht. Sie erfuhren jedoch ebenso grenz\u00fcberschreitenden Zuspruch. Vor allem die Briefe aus Ostdeutschland im Jahr 1990 zeigen, dass Menschen sich auf vielf\u00e4ltige Art engagierten. Sei es durch die Gr\u00fcndung von Initiativen, Vereinen, oder als Einzelpersonen wie G\u00fcnther Hammer* (*Name anonymisiert) aus dem th\u00fcringischen Ershausen. G\u00fcnther Hammer* hatte in Th\u00fcringen im Strumpfwarenbetrieb Diedorf gearbeitet. Im Juli 1990 war er jedoch bereits arbeitslos. Im Gegensatz zu vielen anderen Ostdeutschen machte er f\u00fcr seine Arbeitslosigkeit nicht seine vietnamesischen Kolleg*innen verantwortlich. Im Gegenteil. Er sorgte sich um ihre Zukunft und beklagte sich, dass die Vietnames*innen ihre Mieten nicht mehr zahlen k\u00f6nnten. Wie alle Wohnungen in der DDR waren auch die der migrantischen Arbeiter*innen infolge der Wirtschafts- und W\u00e4hrungsunion im Juli 1990 privatisiert worden. Dadurch entfiel die zuvor \u00fcbliche staatliche Subventionierung. Zahlreiche Briefe wie jener von G\u00fcnther Hammer* finden sich in den Archiven und mit ihnen l\u00e4sst sich verdeutlichen, dass ein nicht unbetr\u00e4chtlicher Teil der ostdeutschen Gesellschaft sich f\u00fcr die Interessen von Migrant*innen einsetzte. Die Schreiben erm\u00f6glichen nicht nur ein tiefergehendes Verst\u00e4ndnis konkreter Lebensbedingungen Ostdeutscher und Migrantisierter in den Umbruchjahren ab 1990. Sie zeugen dar\u00fcber hinaus sowohl von politischem als auch allt\u00e4glichem freiwilligem Engagement.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">&#8220;Internationale Solidarit\u00e4t&#8221;<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Verinnerlichte sozialistische Propaganda oder schlicht N\u00e4chstenliebe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Widmen wir uns r\u00fcckblickend dem Umbruchjahr 1990 und der Frage nach den historischen Urspr\u00fcngen von Rassismus und Antisemitismus in Ostdeutschland, dann lassen sich pauschale Urteile nicht halten. Nicht wenige Ostdeutsche hatten die Propaganda der Internationalen Solidarit\u00e4t tats\u00e4chlich verinnerlicht. Diese Propaganda wurde in staatlichen Kampagnen pr\u00e4sentiert und motivierte zum freiwilligen \u2013 wenngleich staatlich gew\u00fcnschten und eingehegten \u2013 Mitmachen. Ob auf Demonstrationen, beim Sammeln von Spenden oder dem Organisieren von Kulturveranstaltungen, die ostdeutsche Gesellschaft war eine <a href=\"https:\/\/www.bundesstiftung-aufarbeitung.de\/de\/lesetipp\/ein-ganz-normales-leben\">partizipatorische Diktatur<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits Kinder und Jugendliche wuchsen mit der Staatspropaganda &#8220;V\u00f6lkerfreundschaft&#8221; auf. So rangierten unter den zehn Geboten der Jungpioniere \u2013 zu denen alle Kinder mit Schuleintritt geh\u00f6rten \u2013 neben der &#8220;Liebe zur Deutschen Demokratischen Republik&#8221; auch die &#8220;Liebe zum Frieden&#8221; und die &#8220;Freundschaft mit den Kindern der Sowjetunion und aller L\u00e4nder&#8221;. <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"643\" src=\"https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/DDR-Museum_1015464-_-Mitgliedskarte-fuer-Jungpioniere_WEB-1280x643.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17300\" srcset=\"https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/DDR-Museum_1015464-_-Mitgliedskarte-fuer-Jungpioniere_WEB-1280x643.jpg 1280w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/DDR-Museum_1015464-_-Mitgliedskarte-fuer-Jungpioniere_WEB-250x126.jpg 250w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/DDR-Museum_1015464-_-Mitgliedskarte-fuer-Jungpioniere_WEB-300x151.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mitgliedskarte f\u00fcr Jungpioniere der Pionierorganisation &#8220;Ernst Th\u00e4lmann&#8221;<br>\u00a9 Sammlung DDR Museum, Berlin<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1114\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/DDR-Museum_1019674_-Bummi-Sammelband-38_WEB-1114x800.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17301\" srcset=\"https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/DDR-Museum_1019674_-Bummi-Sammelband-38_WEB-1114x800.jpg 1114w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/DDR-Museum_1019674_-Bummi-Sammelband-38_WEB-250x180.jpg 250w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/DDR-Museum_1019674_-Bummi-Sammelband-38_WEB-1490x1070.jpg 1490w, https:\/\/www.voluntariness.org\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2026\/09\/DDR-Museum_1019674_-Bummi-Sammelband-38_WEB-300x215.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1114px) 100vw, 1114px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zeitschrift &#8220;Bummi&#8221;, Sammelband 38 \u00a9 Sammlung DDR Museum, Berlin<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Kinderfilme wie zum Beispiel &#8220;Isabel auf der Treppe&#8221; riefen zu Solidarit\u00e4t auf und problematisierten selbstkritisch Formen von rassistischer Diskriminierung in der DDR. Bereits in Kinderzeitschriften wie <em>Bummi<\/em>, die sich an Drei- bis Sechsj\u00e4hrige richtete, fanden sich Spendenaufrufe f\u00fcr den Globalen S\u00fcden mit dem Appell an Solidarit\u00e4t. Damit sollte schon bei Vorschulkindern ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr internationale Solidarit\u00e4t gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Formen der Propaganda sind aus heutiger Perspektive durchaus kritisch einzuordnen. Einerseits reproduzierten sie rassistische Klischees \u2013 auch wenn sie in der damaligen Zeit nicht als solche galten. Andererseits markierten sie ein paternalistisches Verh\u00e4ltnis zu den Staaten des Globalen S\u00fcdens. In stereotyper Weise galten die dortigen Gesellschaften als &#8220;unterentwickelt&#8221; und hilfsbed\u00fcrftig. Nicht zuletzt nutzte die SED die Unterst\u00fctzungsleistungen der ostdeutschen Gesellschaft \u2013 beispielsweise Spendensammlungen \u2013 f\u00fcr sehr eigenn\u00fctzige Interessen im Globalen S\u00fcden. So sollte die Zusammenarbeit mit den Staaten auch zur Beschaffung neuer Ressourcen dienen. Dennoch: Viele Ostdeutsche internalisierten diese Appelle und \u00fcbersetzten sie nach 1989\/90 in eigenes Engagement gegen Rassismus und f\u00fcr Migration.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit den Briefen an Almuth Berger, Irene Runge und Konrad Wei\u00df wird deutlich, dass diese propagandistischen Anrufungen durchaus in der Sprache und den Argumenten von Ostdeutschen im Umbruchjahr 1990 zu finden sind. Und sie blieben damit nicht wirkungslos. Die 1990er Jahre waren ihrerseits in Ostdeutschland nicht nur durch eine immense rassistische Gewaltwelle gepr\u00e4gt, sondern auch durch die Selbstorganisation von B\u00fcrger*innen in Vereinen, Initiativen und Beir\u00e4ten, um die Interessen von Migrantisierten zu vertreten und sich gegen Rassismus und Antisemitismus einzusetzen. Migrantisierte selbst, die in einem nicht unbetr\u00e4chtlichen Umfang ebenfalls aus staatssozialistischen L\u00e4ndern kamen, waren dabei Akteure, die diesen Prozess aktiv mitgestalteten. Dies alles relativiert den gesellschaftlichen Rassismus und die rechte Gewalt in Ostdeutschland nicht, zeigt aber, dass der Staatssozialismus nicht einseitig \u2013 und erst recht nicht nach 36 Jahren \u2013 f\u00fcr aktuelle politische Herausforderungen verantwortlich gemacht werden kann. Die anstehenden Landtagswahlen zeigen vielmehr, wie es radikal rechten Akteuren \u2013 auch aus Westdeutschland \u2013 gelungen ist, bestehende Ressentiments propagandistisch anzuheizen, einfache Antworten auf globale Krisen zu bieten und sich in ein internationales Netzwerk einzubinden. Zahlreiche Menschen in den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern stellen sich dem entgegen. Sie organisieren sich und versuchen, Ideen von Solidarit\u00e4t gegen Hass und Hetze stark zu machen. Das tun sie freiwillig \u2013 ohne staatlichen Auftrag.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-content-bg-alt-background-color has-background wp-block-paragraph\"><span class=\"has-inline-color has-content-primary-color\">Zitiervorschlag:<\/span> Langner, Carsta: &#8220;Rassismus, Antisemitismus und Solidarit\u00e4t in Ostdeutschland \u2013 \u00fcber historische (Dis-)Kontinuit\u00e4ten&#8221;, <em>Freiwilligkeit: Geschichte | Gesellschaft | Theorie<\/em>, September 2026, <a href=\"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/rassismus-antisemitismus-und-solidaritaet-in-ostdeutschland\/\">https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/rassismus-antisemitismus-und-solidaritaet-in-ostdeutschland\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Carsta Langner<\/p>\n<p>Im September 2026 w\u00e4hlen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt neue Landtage, mit der Prognose der AfD als st\u00e4rkster Partei. Grund genug, um \u00fcber Ursachen von Rassismus und rechten Politiken nachzudenken, aber auch \u00fcber Engagement und Solidarit\u00e4t, um dem entgegenzutreten. Carsta Langner blickt daf\u00fcr im aktuellen Blogbeitrag in die ostdeutsche Zeitgeschichte.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":17270,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152],"tags":[531,210,360,432,91,532],"class_list":["post-17259","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blog-de","tag-antisemitismus","tag-ddr","tag-rassismus-de","tag-solidaritat","tag-voluntariness-de","tag-wahlen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17259","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17259"}],"version-history":[{"count":42,"href":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17259\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17371,"href":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17259\/revisions\/17371"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17270"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17259"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.voluntariness.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}